Wotan


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Tiergeschichten



















Wotan von HS-L

 

 

Wotan war ein Neufundländer, ein wirklich süßer, lieber, schwarzer Bär. Als er noch klein war, passte er in den würdevollen Namen „Wotan“ einfach noch nicht hinein.

Also wurde er zum „Wöterchen“ degradiert. Er nahm es aber voll gelassen. Er hieß auch oft schlicht nur „Wauz“. Neufundländer haben ganz ihre eigene Art. Sie sind Philosophen. Dass sie nicht folgen, hat nichts damit zu tun, dass sie nicht wollen, sondern sie sind geistig oft so abwesend, dass du dir die Seele aus dem Leib schreien kannst und dein Hund tänzelt weit vor dir weg immer weiter. Wenn er es dann irgendwann merkt und sein Wolkenkuckucksheim verlässt, erschrickt er sehr und kommt dann mit allen Zeichen der Unterwerfung und Entschuldigung zu dir zurück. Er ist ein liebevoller, gemütlicher Hund. Also keiner mit dem man nebenher Radfahren kann. Das sollte man ihm nicht antun. Er ist auch kein Wilderer im Wald, jedes Kaninchen ist schneller als er. Aber er ist ein treuer Freund, ein Wächter über dein Wohlergehen und er braucht sehr viel Liebe. Wenn der Hund noch so gezüchtet ist, wie er einmal war, dann hat er meist einen Schalk in den Augen. Dieses kann man leider an den heutigen Zuchten nicht mehr erkennen, weil er so heruntergezogene Augen und Maul hat, dass man irgendeine Regung nicht mehr sieht. Er geht so in Richtung Molosser hin, ein Neufundländersharpei vom Gesicht her. Aber ich komme vom Thema ab. Wotan, nun schon ein stämmiger, junger Mann, besuchte meinen Vater zum Geburtstag in München. Beide hatten am selben Tag Geburtstag, was meinen Vater schon allein sehr für ihn einnahm. Dieser war zwar mehr ein Kleine –Hunde – Typ, siehe „Peter“, aber da Wöterchen in seiner Seele ein kleiner Kerl war, eben nur ein Riesenbaby, liebte er ihn sehr. Er konnte sich auch auf den Rücken legen wie ein kleiner Hund und wollte am Bäuchlein gestreichelt werden. Sehr beeindruckt war mein Vater, als wir mit ihm Gassi gingen, dass er in der Mühlbauerstraße in München, in der alle 15 Meter ein Baum eine Allee bildete, Wotan einen Liebesbrief nach dem anderen hinterließ. „Was muss der für eine gewaltige Blase haben“, rief er respektvoll. Aber unser Wauz wusste damit einfach sparsam umzugehen und tröpfelte immer nur ein bisschen. Das musste Hundedamen von der Allgewalt seiner begehrenswerten Männlichkeit auch mit wenig „Schrift“ überzeugen. Sie sind auch große Wasserratten. Man muss sich ihrer schwimmend oft erwehren, weil sie einen ständig retten wollen und einem dabei den Rücken oder den Arm zerkratzen. Unser Wotan wurde 12 ½ Jahre alt. Heute leben diese Hunde oft leider nur viel kürzer, weil man ihn durch viele Inzuchten die Gesundheit nimmt. Aber das ist ja leider bei allen Rassen so. Hoffentlich sieht man das irgendwann mal ein und will sich nicht nur noch eine goldene Nase „verdienen“. Mit Liebe zum Tier hat das jedenfalls nicht mehr zu tun.

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Frauchen zu Fall gebracht von Wotan und seinem Hundefreund Aljoscha

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