Aasi


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Tiergeschichten





Aasi von HS-L

 

Aasi war eine Perserkatze. Nicht nur ihr Fell war weich und schön in den Farben grau und creme. Sie hatte auch einen unbeugsamen Charakter. Mich, das Frauchen, das sie für Katzenverhältnisse innig liebte, hatte immer für sie da zu sein. Als ich, nach einem schweren Examen, mir erlaubte eine einwöchige, kleine Reise zu genehmigen, sah sie mich wochenlang nicht mehr an. Meine kleine, süße Kätzin, die so reich an Zärtlichkeiten für mich war, die nicht aufhören konnte mit mir zu schmusen und mich wann es ging umwarb, war plötzlich so ablehnend neutral. Ich war Luft für sie. Alles Betteln und reuig bittende Unterwerfungsgesten meinerseits, konnten nicht ihr hartes Herz erweichen. Immer wieder ging ich hin und versuchte sie zu streicheln und in den süßesten, innigsten Flötentönen zu umgarnen. Die Reaktion war ein schnippischer Gesichtsausdruck und ein verächtliches Wegdrehen des Köpfchens. Das ging so eine ganze Weile. Futter durfte ich zwar hinstellen, aber wie früher, als sie mich dabei schnurrend umschwänzelte, war es nicht mehr. Sie kam erst, wenn ich nicht mehr dabeistand. Dann hatte sie sich noch etwas Feines ausgedacht. Mein Freund, welcher sie in der kurzen Zeit versorgt hatte, wurde nun von ihr umschwänzelt und umschnurrt. Allerdings nur dann, wenn ich dabei zusah. Dann konnte sie sich auch kurze Blicke in meine Richtung nicht verkneifen. Kurzum sie war beleidigt.
Irgendwann hatte ich das Spielchen satt. Ich gab ihr wie üblich das Futter und rief ihr dann zu, dass ich ihr Verhalten nicht mehr mitmachen würde. Dass sie sich eben zum Teufel scheren solle und dann auch bei meinem Freund bleiben solle. Auch ich blickte sie dann nicht mehr an und ging hochmütig an ihr vorbei. Nach kurzer Zeit hielt sie das dann aber nicht mehr aus. Plötzlich kam sie mit leisen girrenden Tönen zu mir und sprang auf meinen Schoß. Sie strahlte mich an (das konnte sie immer schon sehr gut mit ihren wunderschönen Bernsteinaugen) und piepste und konnte sich gar nicht mehr genug damit tun Köpfchen zu geben und an mein Gesicht hinzu reiben. „Sind wir wieder gut? Schön, dass du wieder da bist“, schien sie zu sagen.
Von da an war alles wieder in Ordnung. So ein Malefiz.

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